Donnerstag, 10. April 2014

Wie mich meine Yogalehrer Ausbildung verändert hat...

Ich bin Yogalehrerin! Hach, manchmal muss ich mir das einfach mal so sagen. Morgens im Bett, beim Zähneputzen, auf der Arbeit. Es fühlt sich einfach toll an und ja, ein bisschen stolz ist man natürlich auch – geschenkt bekommt man den Schein ja schließlich nicht. Sich abends nach der Arbeit noch aufzuraffen zu lesen, Stunden vorzubereiten und täglich die eigene Praxis einzubauen, bedarf doch einiges an Selbstdisziplin. Und wie das so ist mit dem Lernen – vor der Ausbildung hab ich mit Freude haufenweise Yogabücher verschlungen, kommt der Druck einer Prüfung aber dazu, fällt das Aufraffen plötzlich nicht mehr ganz so leicht und man fühlt sich wieder an Unizeiten erinnert (okay, nicht dass ich jemals ein BWL Buch mit Freude verschlungen hätte).

Jedenfalls, fast zwei Wochen sind wir jetzt wieder im Lande und es wird Zeit für ein Fazit wie ich finde. Mal abgesehen von dem wirklich vielen Wissen in meinem Kopf (wir haben echt viel gelernt, das hätte ich am Anfang nicht für möglich gehalten in nur 6 Monaten), was nehme ich für mich persönlich mit?

 
Yoga im Leben integriert
Yoga hatte ja schon immer einen wichtigen Platz in meinem Leben, aber durch die vorgeschriebene tägliche Praxis hat sich der Ablauf doch noch einmal ein wenig geändert. Morgens habe ich sonst oft mit Asanapraxis begonnen, jetzt besteht mein Morgenprogramm - neben Naseduschen und anderen ayurvedischen Spielereien (an der Stelle kurzes Dankeschön für tolle Babyhaut an die liebe Silja. Ich bin jetzt auch ein großer Bürstfan)  - zunächst einmal aus Meditation und Pranayama. Ein paar Asanas folgen dann schon noch, aber ich fühle mich morgens nur noch halb fertig, wenn ich mich nicht mit einer Meditation auf den Tag eingestimmt habe. Das ist toll. Die Praxis am Nachmittag/Abend ist natürlich auch mehr geworden, das möchte ich auch unbedingt beibehalten. Tut mir einfach unglaublich gut.


Philosophie – die Bhagavad Gita
Yogaphilosophie. Ein großes Thema. Nein, ein riesen riesen riesen großes Thema. Und sehr spannend. Es gibt viel, was hängengeblieben ist, es gibt aber auch haufenweise Dinge, die ich noch lernen muss und die ich vielleicht noch nicht so ganz verstanden habe (wie schön dass man ein ganzes Leben Zeit hat). Was mich nachhaltig berührt, ist die Bhagavad Gita. Für alle, die nicht genau wissen wovon ich spreche, es handelt sich um eine der wichtigsten jahrtausendalten Schriften im Yoga, Hinduismus und Buddhismus. Die Gita (kurz und knapp genannt) ist ein Lehrgedicht in 18 Kapiteln, dargestellt als Zwiegespräch zwischen Krishna, dem spirituellen Lehrer, der Manifestation Gottes und Arjuna, dem Schüler/Suchenden. Schauplatz ist ein Kriegsschlachtfeld, als Sinnbild für das Leben. Die Gita ist eine Art Leidfaden und dreht sich um die Fragen: warum bin ich hier? Wie treffe ich meine Entscheidungen im Leben? Wie gehe ich mit mir und meiner Umwelt um? Wie erfahre ich das Göttliche bzw. was ist das Göttliche? Die Gita hat mir tatsächliche einige Antworten liefern können und ich denke sehr sehr oft über die Worte nach. Erst gestern habe ich mich ein wenig inspirieren lassen und ein paar Zeilen gelesen. Das ist nämlich das Tolle – die Gita kann immer wieder wahllos aufgeschlagen und gelesen werden – jedes Mal entdeckt man Neues. Aber nicht nur die Bhagavad Gita, es waren doch einige philosophische Aspekte, die nachhaltig Eindruck hinterlassen haben. Das universelle Denken aus der tantrischen Philosophie, zum Beispiel, fasziniert mich ebenfalls sehr.
 

Selbstbewusstsein
Ich eine ganze Stunde unterrichten? ALLEIN? So richtig echte Menschen? Ööhmm…
So oder so ähnlich dachte ich vorher. Schon zu Schulzeiten habe ich Präsentationen verflucht. Reden vor der Klasse? Schweißalarm. Das wurde auch in der Uni nur mäßig besser. Und im Job nehm ich es zähneknirschend auf mich, aber gerne machen ist was anderes. Dann machte ich meine Yogalehrer Ausbildung und was soll ich sagen? Ich bin ein fröhlicher Redner geworden und kann gar nicht genug schwafeln. Liegt an dem Stoff, den ich teile und liebe? Sicherlich. Aber es ist auch was anderes passiert. Ich fühle mich in meiner Haut mittlerweile sehr wohl und sicher. Das was ich weitergebe, ist das, was mich verändert hat und was ich liebe. Trotzdem hätte ich vorher nicht gedacht, dass ich mal der Typ zum Unterrichten bin. Jetzt lieb ich es. Toll.
Aber auch fernab der Matte  bin ich präsenter, aufgeschlossener und kritikfähiger geworden.
Auch hier: warum? Simple! I just like the person I am.
 

Sei du selbst!
Da muss ich irgendwie gleich an meine liebe Ausbildungs(und Zimmer-)schwester Steffi denken. Authentizität war ihr Thema für die Prüfungsstunde und ja, sie war ein tolles Beispiel dafür. Be yourself. Als angehende Yogalehrerin ist man geneigt, in Rollen zu schlüpfen, meistens die des Lehrers oder eines Lehrers, der einen inspiriert. Versteht mich nicht falsch, sich inspirieren lassen und Sachen annehmen, das ist toll, aber wenn es darum geht, jemanden darzustellen, der man nicht ist, Worte zu benutzen, die einem nicht Liegen, dann wird’s schräg und bei weitem nicht authentisch. Steffi zum Beispiel, hat ihre eigene Art zu Unterrichten. Mit ihrem rheinischen Charme (Stadtschwestern eben), ihrem Humor und ihrer entspannten, aber zeitgleich belebenden Art hat sie ihren ganz eigenen Stil und wäre einfach nicht der Typ für lange philosophische Reden. Und das zu erkennen, darum geht’s. Darauf wurde in meiner Ausbildung auch jede Menge Wert gelegt, sich selbst zu finden. Danke dafür. So konnte ich mich ausprobieren und tatsächlich meinen Stil finden - einen Mix aus Fröhlichkeit, Humor und Spiritualität. So rückblickend sind wir alle ganz großartige und unterschiedliche Lehrer geworden. 


Offenheit
Es ist nicht immer alles so, wie man sich das wünscht/vorstellt/erhofft/geplant hat. Es kommt anders, als man denkt. Solche Momente kennt man, das richtige Umgehen damit ist allerdings die eigentliche Herausforderung. Offen sein für den Wandel des Lebens und ja, auch für Enttäuschungen und Rückschläge. Sich solche Erlebnisse eben nicht ganz so zu Herzen zu nehmen, sie anzunehmen, aber vor allem loszulassen, Platz für Neues schaffen, daran möchte ich gerne arbeiten.
Es gab nämlich den einen oder anderen Moment, wo ich irgendwie enttäuscht wurde und diese Enttäuschung zog dann wie ein grauer Nebel über das alles Vorherige. So, dass auch die sonnigen Seiten irgendwie mit einem dunklen Schleier versehen waren. Mir dessen bewusst zu werden, bedurfte dann doch ein wenig Zeit. Ich denke, solche Momente wird es noch einige geben in meinem Leben, so ist das Leben einfach, aber ich möchte in Zukunft doch ein bisschen besser gewappnet sein.

Ja, und was ich noch so mitnehme in meine Zukunft!? Ein paar wirklich tolle Freundinnen. Danke, Mädels, ihr seid meine ganz persönliche Zeremonie! J
 
Und jetzt noch eine kleine Erinnerung an alle lieben Menschen, die Lust auf Yoga haben:

Ich unterrichte seit diesem Monat immer samstags in Friedrichstadt und feiere jeden Gast:
www.om-shanti-duesseldorf.de

Love!
Vanessa

 
Das Leben ist wundervoll.
Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben.
Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt,
man sei im Himmel.
Édith Piaf
 
 
 
 
 
 
 

Kommentare:

  1. Vanessa, du Yogalehrerin! Genieß das weiter! Du machst das hervorragend und ich denke oft an dich wenn morgens hier "Hotel California" läuft :-). Toll, dass wir uns bald wiedersehen! Zum Unterricht komme ich sicher auch bald. Ich drück dich.

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  2. Liebe Vanessa,
    das finde ich wirklich toll. Ich verfolge sehr gerne deinen Blog und deinen Yogaweg! Ich bin mir sicher, dass du eine inspirierende ganz wunderbare Yogalehrerin bist. Wenn ich mal in Düsseldorf bin, komme ich auch gerne mal zu deinem Kurs :-)
    Herzliche Grüße und Namasté
    Stefanie

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  3. Danke für die lieben Worte! Da geht einem das Herz auf ...
    und ja bitte - IMMER ganz herzlich Willkommen! :)
    Viele liebe Grüße
    <3 Vanessa

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